Laufbericht Achenseeumrundung

Eine spontane Entscheidung: Gabi wollte ein Trainingswochenende fern ab von zu Hause. Nachdem wir unseren T5 verkauft haben, blieb nur eine Wahl, ein Hotel. Eine Idee war es dann, unseren Freund Dietmar zu besuchen, den wir beim Dolomiti Extreme kennengelernt haben, er wohnt in der Nähe des Achensees.

In unmittelbarer Nähe des Sees gab es keine Unterkunft mehr. Wir haben noch ein hübsches Hotel in Fügen am Eingang des Zillertals gefunden. Schnell gebucht und 2 Tage später ab ins Auto. Gerade mal knapp 2 Stunden Fahrt und wir waren da.

Kurzerhand haben wir uns noch mit Dietmar verabredet und uns in Fügen getroffen, um den Schlachtplan für´s verlängerte Wochenende auszubaldovern. Auf jedenfall stand für uns fest, dass der Achensee und dessen Umrundung Pflicht sein sollte. Diese Runde planten wir aufgrund der erwarteten Wetterlage direkt für den Samstag, da das Wetter für diesen Tag mit geringem Gewitterrisiko gemeldet war. So sollte es sein. Wir haben uns noch mit Gabi´s Transalpine Run Laufpartnerin Gabi K. für diese Runde verabredet.

Nach einer angenehmen Nacht im Hotel trafen wir uns mit Dietmar und Gabi samt Ehemann an der Rofanbahn in Maurach. Das war unser Startpunkt. Die Runde begann direkt mit dem Anstieg zur Bergstation der Rofanbahn. Ca. 4Km und 800hm auf einem schönen Trail durch den Wald. Zu Beginn war es noch etwas neblig und man konnte ab ungefähr der Hälfte des Anstiegs auf die Nebeldecke sehen. Es sollte ein wunderschöner Tag werden, das war hier schon klar. Die Sonne schien und der Nebel löste sich gänzlich auf. Nach dem ersten Anstieg hatte sich der Nebel verzogen. Auf dem Wanderweg 413, einem sehr schön zu laufenden Trail entlang der Höhenlinie ging es weiter zur Dalfazalm. Dort kurz am Brunnen die Wasserspeicher füllen und der nächste Aufstieg zum steinernen Tor wurde in Angriff genommen. Auf gerölligem Trail erreichten wir das Steinerne Tor und wurden mit einem herrlichen Blick über zu den umliegenden Bergen und Tälern belohnt. ein schönes Fleckchen Erde.

Der Abstieg war steinig, aber nicht schwierig. Die Kuhspuren in den darunterliegendewn Wiesen waren da schon schwieriger zu laufen. Da es in der Nacht zuvor geregnet hatte, war jeder Kuhtritt mit Wasser gefüllt und die Wiese ein Schwamm. Der weitere Abstieg nach Achenkirch am nördlichen Ende des Sees war sehr schön zu laufen, etwas wurzelig, teils rutschig, wegen der Regenfälle der vorigen Nacht, aber meist unkompliziert und mit der Möglichkeit richtig Speed zu machen. Angekommen in Achenkirch an einem Campingplatz haben wir erst einmal die Chance einer Pause genutzt. Wir waren seit 14km unterwegs und es war uns nach etwas Erfrischung. Ein alkolholfreies Weißbier mußte her. Aaaah, das zischte.

Nach dieser angenehmen Unterbrechung erwartete uns der längste und auch schwierigste Anstieg dieser Runde. Der Aufstieg zum Seekar und die Gratüberquerung zur Seebergspitze. Anfangs noch auf Schotterweg und einfach zu laufen, sollte es bald wieder auf einen Trail gehen, der wurzelig aber ebenfalls noch einfach zu laufen war. Als wir die Seekaralm erreicht hatten, die letzte Gelegenheit, die Wasserspeicher zu füllen. Dann sollte es steil und etwas schwieriger werden. Der Weg ist schwarz markiert. Entsprechend ausgesetzt, felsig und geröllig wurde dieser Weg dann auch. Vor allem auf den letzten Höhenmetern, nach Erreichen der Baumgrenze, mußten wir tatsächlich zum Teil klettern und auf allen Vieren den Berg hoch. Dafür wurden wir am Gipfel mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt, auf den See, die umliegenden Berge mit Ortler, Stubaigletscher und vielen mehr.

Nach einer kurzen Pause und Fotoshooting sollte es weiter gehen. Auf einem Grat erst ein paar Meter abwärts, um dann den nächsten Anstieg zur Seebergspitze in Angriff zu nehmen. Der Grat war teilweise schwierig, ausgesetzt, geröllig und sollte bei schlechtem Wetter vermieden werden. Auch der Anstieg zur Seebergspitze ist nicht gerade einfach. Da braucht es hin und wieder die Hände zur Hilfe. Auf rund 2050hm haben wir den höchsten Punkt der Runde erreicht und auch hier wieder diesen grandiosen Ausblick auf die Region.

Der lange Abstieg, mit über 1000 Höhenmetern, geht vorbei wie im Flug. Anfangs noch geröllig, wird er immer flüssiger zu laufen, bis er in einem tollen Trail durch den Wald endet. Unten in Pertisau angekommen, Glück gehabt, ein Supermarkt hatte noch geöffnet. Erst mal Jause mit kühlem Johannisbeerschorle und Wurstsemmel, leckerer als Riegel und Gels.

Der letzte Anstieg, ein toller Pfad der Ähnlichkeit mit der Uinaschlucht hat. Gut zu laufen, teilweise auch auf Schotterweg. Gabi mußte Dietmars Wade noch aufmassieren, da er von Krämpfen geplagt wurde, weil er aufgrund Knieschmerzen nicht ganz rund gelaufen war. Aber er ist hart im Nehmen und es ging weiter. Noch ein paar Meter bis zur Weißenbachscharte und dann nur noch bergab.

6Km auf Schotterweg. Es gibt zwar Schöneres, aber die letzten Kilometer waren dafür laufbar und somit recht schnell vorüber. Noch kurz durch Maurach und dann war auch schon die Rofanbahn zu sehen. Gekrönt wurde die Runde durch ein tolles Abendessen in Fügen.

Unser Fazit: tolle, aber anspruchsvolle Runde, die einen mehr als einmal mit einem grandiosen Ausblick belohnt. Bei schönem Wetter, wie wir es hatten, eine der schönsten Runden, die wir jemals gelaufen sind. Und auf der Uhr: 46 Kilometer und 3300 Höhenmeter im Aufstieg in 10:45h mit Pausen.